Es gibt Anfragen, die sich vom normalen Tagesgeschäft abheben. Eine solche kam von meinem Kollegen Tobi Nievelstein mit der Frage, ob ich den Monitorplatz für eine Show übernehmen möchte. Die Zusage fiel leicht, als klar war, worum es ging: das Abschlusskonzert der Jazzopen Stuttgart auf dem Schlossplatz. Das Thema: A Quincy Jones Celebration.
SWR Big Band und Jules Buckley
Auf der Bühne stand die SWR Big Band, erweitert durch das Stuttgarter Kammerorchester. Die musikalische Leitung hatte Jules Buckley. Er ist Chefdirigent des Metropole Orkest, mit dem dieses Programm ursprünglich erarbeitet und bereits aufgeführt wurde. Buckley brachte die Arrangements und den spezifischen Sound für diesen Abend mit nach Stuttgart und übertrug das Konzept auf die dortige Besetzung.
Die Gäste
Das Programm umfasste verschiedene Phasen aus dem Werk von Quincy Jones, unterstützt durch diverse Gastmusiker. Dabei waren unter anderem George Benson und Dee Dee Bridgewater. Ebenfalls Teil des Line-ups war Jacob Collier, der 2017 noch am Anfang seiner breiteren Bekanntheit stand. Seine Performance zwischen Piano und Vocals war handwerklich bemerkenswert und interessant zu beobachten.
Die Proben
Wir probten im Aufnahmesaal des SWR. Es herrschte der übliche Arbeitsmodus, bis Quincy Jones den Saal betrat. Ab diesem Moment änderte sich die Stimmung spürbar. Seine Anwesenheit – angesichts seiner Diskografie und Bedeutung in der Musikgeschichte – sorgte für eine gewisse Anspannung und erhöhten Fokus bei allen Beteiligten. Es war einer der Momente, in denen einem die Relevanz der Produktion bewusst wird.
Das Konzert
Die Show auf dem Schlossplatz verlief reibungslos. Das Zusammenspiel von SWR Big Band, dem Kammerorchester und den Gästen unter Buckleys Leitung funktionierte präzise. Quincy Jones verfolgte den Großteil des Konzerts als Gast, übernahm aber für einige Stücke selbst das Dirigat.
Nach der Show
Nach Konzertende, während der Abbau begann, blieb Q noch auf der Bühne. Er saß auf seinem Stuhl und unterhielt sich mit den verbliebenen Musikern und der Crew. Er war dabei zugänglich und völlig unprätentiös. Was für ein toller und Nahjbarer Mensch.
Normalerweise verzichte ich auf Fotos mit Künstlern; es gibt meist genug Leute, die das tun wollen. In diesem Fall musste ich jedoch eine Ausnahme machen. Das entstandene Bild ist eine schöne Erinnerung an eine Produktion, an die ich mich ein Leben lang erinnern werde.
Danke an Tobi für die Vermittlung des Jobs.




